Das Volk führt sich nicht selbst nach eigenem freien Willen, wie die Demokratie verkündet. Es wird auch nicht nach dem Willen eines einzelnen geführt, wie die Diktatur behauptet. Corneliu Codreanu Die Führung des Volkes geschieht nach festen Gesetzen. Es handelt sich dabei aber nicht um Gesetze, die von Menschen aufgestellt wurden.
    Es gibt feste Normen, Naturgesetze des Lebens und Naturgesetze des Todes. Ein Volk geht den Weg des Lebens oder des Todes, je nachdem es sich nach diesen oder jenen Naturgesetzen richtet.
    Es bleibt nur noch festzustellen: Wer ist es, der diese Gesetze versteht und erfaßt? Die Masse? Ich glaube, damit mutet man ihr zuviel zu. Die breite Masse versteht und erfaßt nicht einmal andere, viel einfachere Gesetze. Ihr fällt die Erkenntnis dieser Gesetze nicht in den Schoß. Sie müssen der Masse Tag und Nacht erklärt, sie müssen ihr unerbittlich eingehämmert werden. Ja, die Masse muß sogar bestraft werden, damit sie die Gesetze wirklich erfaßt und sich nach ihnen richtet.
     Hier einige dringende, lebensnotwendige Gesetze, die das Volk schwer begreift:
    Wenn im Hause eine ansteckende Krankheit ausgebrochen ist, muß der Kranke isoliert und das ganze Haus desinfiziert werden. Ein Haus braucht Sonne, deshalb müssen große Fenster eingesetzt werden. Oder: Wenn das Vieh ordentlich gehalten und vernünftig ernährt wird, steigt auch seine Leistung usw.
    Wenn die breite Masse nicht einmal diese einfachsten lebensnotwendigen Gesetze einsieht oder sehr schwer erfaßt, wie soll sie nach den Lehren der Demokratie sich selber führen und die schwersten Naturgesetze des Völkerlebens erfassen? Wie soll sie diese feinsten und unfaßbarsten Normen menschlicher Führung selbst meistern, Normen, die über sie und ihre alltäglichen Lebensbedürfnisse hinweggreifen, Normen, die nicht unmittelbar auf sie zugeschnitten sind, sondern die letzten Endes einer höheren Wirklichkeit gelten: der ewigen Nation!
    Wenn jemand Brot backen will, muß er es gelernt haben. Wenn jemand Schuhe und Pflüge herstellen will, muß er es gelernt haben. Wenn ich Ackerbau treiben, wenn ich Straßenbahnführer sein will, muß ich mich darin ausgebildet haben. Und da soll es keiner besonderen Ausbildung und Fähigkeiten bedürfen, um ein ganzes Volk zu führen? Zusammenfassung: Ein Volk führt sich nicht selbst. Es wird geführt durch seine Besten, durch seine Elite. Das heißt also, es wird geführt von den Menschen, die aus ihm geboren wurden und Anlagen und Fähigkeiten besitzen.
    So wie die Bienen ihre Königin heranziehen, so muß auch ein Volk seine Führer, seine Elite, heranbilden. Und so wendet sich die Masse mit ihren Nöten an diese ihre Elite, an die Führer des Staates.
    Wer wählt nun aber diese Elite? Wird sie von der Masse gewählt? Für jede Idee und für jeden Regierungskandidaten kann man Menschen ködern. Man kann Stimmen erobern. Die Masse an sich ist launenhaft und unbeständig in ihren Anschauungen und Meinungen. Seit dem Weltkrieg hat die gleiche Wählerschaft der Reihe nach ihre Stimme den Averescanern, den Liberalen, der Nationalen Bauernpartei, den Jorgisten und anderen gegeben. Jede dieser Parteien wurde zuerst in den Himmel gehoben und nach einem Jahre angespien. Dadurch bekannte man eigentlich nur den eigenen Fehler, den eigenen Irrtum und die eigene Unfähigkeit. Der einzige Maßstab, mit dem man zur Wahl schritt, lautete: Versuchen wir es jetzt auch einmal mit den anderen. Es wird also nicht aus einer genauen Kenntnis der Lage und Umstände gewählt, sondern man überläßt die Sache dem Zufall und wählt auf gut Glück.
    Zwei Ideen stehen einander gegenüber: Die eine umfaßt die Wahrheit, die andere aber umfaßt die Lüge. Nun soll die Wahrheit gefunden werden. Die Wahrheit kann nicht auf beiden Seiten stehen. Nun geht man zur Wahl und stimmt ab. Für die eine Idee werden 10000 Stimmen abgegeben, für die andere Idee werden 10050 Stimmen abgegeben. Ist es denkbar, daß die fünfzig Stimmen, die die zweite Idee mehr erhalten hat, darüber entscheiden, wo die Wahrheit und wo die Lüge steht? Nimmermehr! Die Wahrheit kann nicht durch Abstimmung ermittelt werden. Sie hängt weder von der Mehrheit noch von der Minderheit ab. Die Wahrheit trägt ihre ewigen Gesetze in sich und setzt sie gegen alle Mehrheitsbeschlüsse schließlich doch durch. Man kann und darf es nicht der Mehrheit überlassen, diese ewige Wahrheit zu finden. Genau so wie der geometrische Lehrsatz des Pythagoras nicht der breiten Masse zur Abstimmung vorgelegt wurde, um die darin enthaltene Wahrheit zu bestätigen oder vielleicht abzulehnen. Wenn der Chemiker Ammoniak herstellen will, wird er sich nicht an die Masse wenden, um abstimmen zu lassen, wieviel Teile Wasserstoff und wieviel Teile Stickstoff er braucht. Genau so wird auch ein Landwirt, der Jahre hindurch die Landwirtschaft und ihre Gesetze studiert hat, sich nicht an die breite Masse wenden und durch Abstimmung über den Wert seiner Erfahrungen und Beobachtungen beschließen lassen.
    Kann das Volk seine Führerschicht überhaupt selbst wählen? Weshalb wählen sich die Soldaten nicht den besten General? Wenn die breite Masse sich ihre Führerschicht, ihre Elite, selbst wählen soll, dann ist es unumgänglich notwendig, daß sie die Gesetze, nach denen der Organismus eines Volkes geführt werden muß, genau kennt. Und sie muß weiter wissen, inwieweit die Kandidaten durch ihre Führereigenschaften und durch ihr Wissen diese Gesetze beherrschen.
    Nun liegt es aber auf der Hand, daß die breite Masse weder die Gesetze noch auch die Kandidaten und ihre Fähigkeiten wirklich kennt und entsprechend beurteilen kann. Deshalb sind wir der Meinung, daß eine Elite niemals von der breiten Masse gewählt und bestätigt werden kann. Diese Führerschicht wählen zu wollen, ist genau so, als ob man durch Abstimmung und Mehrheitsbeschluß die Dichter und Schriftsteller, die Flieger und Athleten eines Volkes wählen wollte.
    Die Demokratie also, die auf dem Prinzip der Wahl beruht und die Meinung vertritt, die Elite und Führerschicht eines Volkes könne durch allgemeine Abstimmung festgestellt werden, begeht damit einen fundamentalen Fehler.
    Von hier aus sind Unglück, Wirren und Elend der demokratischen Staaten zu verstehen. Wir stehen hier an einem entscheidenden Punkt. Dieser erste grundsätzliche Fehler in der gesamten demokratischen Auffassung des Volkerlebens erklärt auch alle anderen Fehler. Wenn die breiten Volksmassen aufgerufen werden, ihre Führerschicht zu wählen, dann sind sie nicht nur nicht imstande, diese Elite festzustellen, sondern sie wählen mit ganz wenigen Ausnahmen alles das zu ihren Führern, was unfähig und marktschreierisch ist, was in diesem Volke schlecht und verdorben ist, sich aber mit hohlen Phrasen um so mehr anpreisen kann.
    Die Demokratie läßt eine wirkliche völkische Elite und Führerschicht nicht zu. Die Demokratie wird zu "Führern" wählen: Menschen, die keine Gewissensbisse, keine Moral haben. Sie wird die wählen, die am meisten und besten zahlen, die also Meister in der Bestechung und Korruption sind. Sie wird Taschenspieler, Scharlatane und Volksverhetzer wählen, die bei dem Wettbewerb der Taschenspielerei, der Gauklerkunststücke und Volksverhetzung während des Wahlkampfes am besten abschneiden.
    Unter ihnen wird es vielleicht auch einige ernste Menschen, ernste Politiker mit ehrlichem Wollen geben. Aber sie werden einfach an die Wand gedrückt und müssen die Sklaven der anderen sein. Durch dieses System wird die wahre Elite eines Volkes vernichtet und beseitigt. Denn sie lehnt es selbstverständlich ab, in einem solch schmutzigen Wettkampf mitzutun. Sie wird sich angewidert zurückziehen und im verborgenen bleiben.
    Von hier aus aber ergeben sich tödliche Folgen für einen Staat. Wenn ein Staat von einer solchen durch Abstimmung festgestellten Elite geführt werden soll, die sich aus allen schlechten, unfähigen, ungesunden und verdorbenen Elementen eines Volkes zusammensetzt, ist es dann verwunderlich, wenn dieser Staat dem Ruin entgegeneilt?
    Hier liegt doch die Wurzel für alle anderen Übel, als da sind: Unsittlichkeit, Korruption und Zügellosigkeit im ganzen Lande, Raub und Diebstahl am Eigentum des Staates, Ausbeutung der Bevölkerung bis aufs Blut, Armut und Elend in den Häusern der Menschen, keine Verantwortung, kein Pflichtgefühl bei den Beamten, Unordnung und Durcheinander im ganzen Lande, Überschwemmung mit Fremden, mit Ausländern, mit Geld von hier und dort. Es ist wie bei einem Kaufhaus, das zusammengebrochen ist und nun seine Waren zu Schleuderpreisen hergibt, um sie loszuwerden. Das Land wird an den Meistbietenden vergeben. Man versteigert: Wer gibt mehr? Bis zu diesem letzten und beschämenden Schacher hat die Demokratie uns gebracht.
    In Rumänien hat uns die Demokratie besonders seit dem Weltkriege durch das obengeschilderte Wahlsystem eine rumänisch-jüdische "nationale Elite" beschert. Als Grundlage dieser "Elite" gilt nicht die Tapferkeit, nicht die Vaterlandsliebe, nicht das Opfer, sondern die Verschacherung des Landes, die Befriedigung persönlicher Interessen, gelten Bereicherung durch Ausbeutung und Raub, Gaunerei und Niedertracht, Vernichtung des Gegners durch Intrigen und feiges Ränkeschmieden.
    Wenn diese "nationale Elite" uns auch weiterhin führen soll, dann wird sie den rumänischen Staat in kürzester Zeit in Grund und Boden wirtschaften.
    Das Problem, vor dem also heute letzten Endes das rumänische Volk steht, heißt: Beseitigung der bisherigen demokratischen Führerschicht und ihre Ersetzung durch eine wirkliche nationale Elite, die als Grundlage nicht Volksverrat und Gaunerei hat, sondern: Tapferkeit, Einsatz- und Opferbereitschaft für das Vaterland, Gerechtigkeit und Liebe zum Volk, Sauberkeit, Arbeit, Ordnung, Zucht und Ehre!
    Wer soll nun aber die Änderung durchführen? Wer soll die neue, die wirkliche nationale Elite in ihre Aufgabe einsetzen und ihr die Bahn freimachen? Ich antworte: Jeder kann das! Nur einer nicht: die breite Masse! Ich lasse jedes andere System gelten, außer der "Demokratie". Denn ich sehe mit eigenen Augen, daß sie mein Volk todsicher abwürgen würde. Die neue rumänische Führerschicht und überhaupt jede Führerschicht in der Welt muß als Grundlage das Prinzip der sozialen Auslese besitzen. Diese Auslese muß also eine naturgegebene sein. Diese Auslese erfolgt auf natürlichem Wege aus dem ganzen Volkskörper, also aus den großen gesunden Massen des Bauerntums und der Arbeiterschaft, die unlöslich mit der Scholle des Vaterlandes verbunden sind. Aus ihrer Mitte wächst eine Schicht von Menschen hervor, die bestimmte Führereigenschaften mit sich bringen und diese dann entsprechend weiter ausbilden und vertiefen. Diese Menschen werden die nationale Elite, die Führerschicht des Volkes bilden. Und diese allein sind berufen, ein Volk zu führen!
    Wann kann und muß aber das Volk selbst befragt werden? Antwort: Immer angesichts ernster Entschlüsse, die dem Volk große Verpflichtungen auferlegen. Da soll das Volk selbst sprechen und zu Worte kommen. Es soll sich entscheiden, ob es diesen bedeutenden Schritt tun will oder nicht. Ob es seelisch darauf vorbereitet ist oder nicht. Es soll ihm der Weg gezeigt werden und das Volk soll eine Antwort geben, ob es sich stark genug fühlt, ihn zu gehen. Es soll über sein Schicksal selbst verfügen. Das heißt Volksbefragung. Sie bedeutet aber nie und nimmer, daß das Volk sich seine Führerschicht selbst nach Gutdünken wählt.
    Ich wiederhole die gestellte Frage: Wer weist nun jedem innerhalb dieser Führerschicht seinen bestimmten Platz zu? Wer mißt die Fähigkeiten eines jeden einzelnen und wägt sie ab? Wer stellt diese Auslese fest und wer führt die Mitglieder der neuen Elite in ihre Ämter ein?
    Darauf antworte ich: die vorhergehende Führerschicht! Diese wählt und ernennt nicht, sondern sie weist jedem neuen Führer nur den Platz zu, der ihm auf Grund seiner Fähigkeiten und seines moralischen Wertes gebührt. Diese Betrauung nimmt der oberste Führer der Elite vor und fragt dabei seine Mitarbeiter um ihren Rat.
    Die nationale Führerschicht muß also dafür Sorge tragen, daß sie sich einen entsprechenden Erben und Nachfolger heranzieht, eine Führerschicht, die bereit und fähig ist, sie zu ersetzen. Diese Erbfolge beruht aber nicht auf dem Grundsatz der Erblichkeit, sondern lediglich auf dem Grundsatz der ständigen sozialen Auslese, die mit unnachsichtiger, unerbittlicher Strenge durchgeführt wird.
    Das Prinzip der Erblichkeit der Führerstellung genügt noch nicht. Durch das Prinzip der sozialen Auslese, die ständig neue Kräfte aus den Tiefen der Nation heraufholt, bleibt die Führerschicht immer kräftig und unverbraucht.
    Es war ein großer geschichtlicher Fehler, daß dort, wo auf Grund der sozialen Auslese eine Führerschicht herangereift, war, gerade diese Führerschicht sehr bald das Prinzip, dem sie ihr Dasein verdankte, verließ und an seine Stelle das Prinzip der Erblichkeit der Führerstellungen letzte. Dadurch wurde ein ungerechtes System geheiligt und die Vorrechte der Geburt statt die der Leistung in den Vordergrund gehoben.
    Als ein Protest gegen diese Fehler entstand die Demokratie. Sie wollte eine Verkommene und degenerierte Führerschicht beseitigen und die Vorrechte der Geburt endgültig abschaffen.
    Das Aufgeben des Prinzips der sozialen Auslese führte zu einer falschen und degenerierten Elite. Diese degenerierte Führerschicht aber führte zur Verirrung der Demokratie.
    Das Prinzip der sozialen Auslese beseitigt sowohl das Prinzip der Wahl als auch das Prinzip der Erblichkeit. Es ist unmöglich, daß diese Prinzipien nebeneinander bestehen können. Eines schließt das andere aus. Entweder es gibt ein bestimmtes Prinzip der sozialen Auslese, dann hat die Meinung und Abstimmung der Menge nichts mehr zu bedeuten. Oder aber wir stimmen ab und wählen unsere Vertreter, und dann ist es mit der natürlichen sozialen Auslese zu Ende. Genau so im anderen Falle: wenn wir uns nach dem Prinzip der Natur, der sozialen Auslese richten, dann hat das Prinzip der Erblichkeit nichts mehr zu sagen. Diese beiden Prinzipien können unmöglich nebeneinanderstehen, es sei denn, daß der körperliche Erbe den Gesetzen der natürlichen sozialen Auslese entspricht.
    Wenn aber eine Nation keine wahre Führerschicht besitzt, um nun die junge heranwachsende Führerschicht in ihre Stellen einzusetzen, was dann? Ich antworte mit einem einzigen Satz, der eine feste Wahrheit in sich schließt, über die weiter nicht mehr zu diskutieren ist: "In diesem Falle wächst diese junge Führerschicht heran aus dem Kampf mit den entarteten und degenerierten bisherigen Volksführern. Und dies geschieht wieder auf Grund der natürlichen sozialen Auslese."
    Was hat also eine wahre Führerschicht zu tun? Wir fassen kurz zusammen:
    a) Sie hat eine Nation nach den ewigen Lebensgesetzen eines Volkes zu führen.
    b) Sie hat die Pflicht, für entsprechenden Nachwuchs zu sorgen. Dieser Nachwuchs ergänzt sich aber nicht auf Grund der Erblichkeit der Führerstellung vom Vater auf den Sohn, sondern dieser Nachwuchs ergänzt sich auf dem Wege der natürlichen sozialen Auslese. Die jeweilige Führerschicht aber kennt die Gesetze des Völkerlebens und kann also genau beurteilen, wieweit die in Betracht kommenden Personen die entsprechenden Anlagen mitbringen und diese Lebensgesetze beherrschen. Es ist hier genau so wie bei einem Gärtner. Der Gärtner betreut seinen Garten und wird, bevor er stirbt, für einen entsprechenden Nachfolger sorgen, der nach ihm seine Stelle ausfüllen kann. Denn der Gärtner ist der einzige, der entscheiden kann, welcher von seinen Gehilfen der fähigste ist, seinen Platz einzunehmen und sein Werk fortzuführen.
    Und welches sind nun die Grundlagen, auf denen sich eine Führerschicht aufbaut? Es sind diese:
    a) Seelische Sauberkeit.
    b) Schöpferische Leistungsfähigkeit und Arbeitskraft.
    c) Tapferkeit.
    d) Ein hartes spartanisches Leben, gestählt im ständigen Kampf mit den Schwierigkeiten, die sich dem Volk auf seinem Lebensweg entgegenstellen.
    e) Armut, das heißt freiwilliger Verzicht, sich irdische Güter zu erwerben und an diesen zu hängen.
    f) Glaube an Gott.
    g) Liebe.
    Ich wurde gefragt, ob unsere bisherige Tätigkeit in Richtung des orthodoxen Glaubens liege. Ich antwortete: Wir machen einen großen Unterschied zwischen unserer Lebensanschauung und derjenigen der christlichen Auffassung, die bedeutend höher liegt als unsere. Sie erreicht das Vollkommene und Erhabene. Wir können diese hohe Auffassung nicht erniedrigen, um unsere irdischen Taten zu erklären. Wir sind aber durch unser ganzes Tun und Handeln mit all unseren Gedanken darauf ausgerichtet. Wir ringen danach, uns zu ihr zu erheben, soweit die Last der menschlichen Schuld es uns gestattet und soweit die Erbsünde, die auf uns allen liegt, uns dies erlaubt. Es wird sich erst später zeigen, wieweit wir mit unseren irdischen Kräften imstande waren, uns dieser ewigen, übermenschlichen Lebenslinie zu nähern.

 

(Aus: Eiserne Garde, geschrieben im Jahre 1936, erste deutsche Ausgabe 1939, hier zitiert nach der 6. Auflage: München 1987)